„Frei leben ohne Gewalt“ – ein freies Leben sieht anders aus!
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„Frei leben ohne Gewalt“ – ein freies Leben sieht anders aus!

„Frei leben ohne Gewalt“ – ein freies Leben sieht anders aus!

Am Donnerstag, 26. November 2020, um 16.00 Uhr, vor dem Stadtamt Perg,  hisst die Frauenberatung Perg die Fahne „Terre des Femmes – frei leben ohne Gewalt“ um das Menschenrecht auf ein gewaltfreies Leben einzufordern.

Im Zuge der Coronapandemie zeigt sich weltweit ein Anstieg bei häuslicher Gewalt ab. In Österreich ist die Anzahl der polizeilichen Einsätze während des Lock-Down (15. März bis 3. Mai) in größeren Städten (mehr als 50.000 EinwohnerInnen) im Vergleich zum Vorjahr um 26% gestiegen. In mittleren Städten und Landgemeinden machte der Zuwachs im selben Zeitraum 9% aus.  https://www.diepresse.com/5870310/gewalt-an-frauen-mehr-wegweisungen-seit-beginn-der-coronakrise

Das Gewaltschutzzentrum OÖ verzeichnete während des Coronazeitraums, auch einen Anstieg bei Zuweisungen von Kinder/Jugendliche – wo ein Elternteil gegen ein Kind vorgegangen ist (64 Fälle / im Vergleichszeitraum 019 waren es 26 Fälle).

Österreich befindet sich sich bei Gewalt gegen Frauen auf einem hohen Niveau, insgesamt sagt jede 5. Frau, schon einmal in ihrem Leben Opfer physischer oder sexueller Gewalt geworden zu sein. 

Ängste, finanzielle Nöte und Unsicherheiten begünstigen Stress und Gewaltpotential wenn Familien auf engen Raum zusammenleben. Sich Hilfe zu holen oder sich aus der Situation zu retten ist aufgrund der Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen für viele Frauen noch schwieriger.

Häusliche Gewalt ist kein Corona Problem sondern ein gesellschaftliches Problem

In Österreich ist häusliche Gewalt / Beziehungsgewalt nach wie vor ein Tabu und es gibt immer noch wenig gesellschaftliches Bewusstsein. Gewalttaten werden oft als Einzelfälle bagatellisiert, als Problem von Randgruppen oder in Verbindung mit religiösen, kulturellen Hintergrund gesehen. 

Fehlendes gesellschaftliches Bewusstsein und Wissen über geschlechtsspezifische Gewalt führt auch zu stereotypen Bilder, Vorurteilen und Unterstellungen wie z.B. „dass sich Frauen mit einer Anzeige gegen häusliche Gewalt bessere Voraussetzungen für eine spätere Scheidung herausschlagen möchten, sie die Kinder manipulieren, oder den Väter vorenthalten möchten, dass zum Streiten immer zwei gehören, usw.

Auch wenn die Zahl der angezeigten Fälle zunimmt hindern Scham und Ängste nach wie vor viele Frauen, besonders im ländlichen Raum daran, sich an Behörden, Gewaltschutzeinrichtungen oder Frauenberatungsstellen zu wenden. Viele Frauen machen keine Anzeige weil sie Angst haben, sich schämen, sich selbst die Schuld geben oder sich mitschuldig fühlen, oder Angst haben dass ihnen nicht geglaubt wird.

Aufgrund des fehlenden gesellschaftlichen Bewusstseins ist die Kampagne 16 Tage gegen Gewalt so wichtig!